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Freundschaft in der Bibel

Stock photo © Vernon WileyBergsteigerAuf wen ist Verlass, wenn es drauf ankommt?

Freundschaft bedeutet für manche Menschen, spannende Erlebnisse mit interessanten Leuten zu teilen. Anderen ist es wichtig, füreinander da zu sein, wenn man einander braucht. Schließlich gibt es einige, denen die Anerkennung auf Social Media wichtig ist. Die Vorstellungen von Freundschaft können ziemlich unterschiedlich sein.

Definition von Freundschaft

Grundsätzlich gehen heutige Definitionen von Freundschaft davon aus, dass eine gegenseitige Zuneigung und Sympathie besteht. Dabei verbringen Freund:innen gerne Zeit miteinander und empfinden das auch als sinnvoll. Wie nah und intensiv eine Freundschaft allerdings gelebt wird, kann sich von Beziehung zu Beziehung unterscheiden.
Zudem zeigen Studien, dass gute zwischenmenschliche Beziehungen ausschlaggebend für Glück und Gesundheit sind. Auch im Christentum haben Freundschaften und gelingende Beziehungen einen hohen Stellenwert, dabei beziehen sich viele auch auf die biblische Überlieferung. 

„Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt.
Wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden.“

Jesus Sirach 6, 14

Erfahrungen in biblischen Geschichten zeigen, was Freundschaft ausmacht

Welche Erfahrungen Menschen mit Freundschaften seit Jahrtausenden gemacht haben, zeigt die Bibel. Einige der biblischen Erzählungen veranschaulichen, wie stabil Freundschaften halten können – auch bei schwerer Krankheit. Andere Geschichten veranschaulichen die herzliche Zuneigung zueinander. Aber die Bibel zeigt auch, dass Freundschaften großen Belastungsproben ausgesetzt sein können.

Merkwürdigerweise gibt es im Hebräischen, der Sprache des Alten Testamentes, kein Wort für Freundschaft, Freundinnen und Freunde. Das am häufigsten verwendete Wort kann auch "Nächster", "Mitmensch", "Nachbar" bedeuten. Es muss sich also immer aus dem Kontext ergeben, um welche Art von Beziehung es geht.

Freunde eines Gelähmten zeigen, wie stark Freundschaft sein kann

Auch die Vertrauten eines Gelähmten, über die das Neuen Testament berichtet, benennt die Bibel nicht direkt als Freunde. Aber ihr Taten zählen: Zu viert tragen sie einen Gelähmten und wollen ihn zu Jesus in ein Haus in Kapernaum bringen. Aber aufgrund der Menschenmenge ist kein Durchkommen. Die Freunde lassen sich aber nicht abhalten: Sie decken an einer Stelle das Dach ab und lassen durch dieses Loch den Gelähmten herunter ins Haus zu Jesus. Matthäus, Markus und Lukas berichten in ihren Evangelien übereinstimmend, wie Jesus dann den Gelähmten heilt. Und sie erzählen auch alle drei, warum er ihn heilt. Jesus heilt den Gelähmten wegen dessen Freunde. "Als er ihren Glauben sah", heißt es, hat er ihm geholfen. Seine Sünden vergeben und ihn geheilt. Schließlich sagte Jesus: „Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!“  Tatsächlich stand der Gelähmte auf. (Markus 2 ff)

Das größte Zeichen der Freundschaft

Jesus prägt einen starken Satz für solche Freundschaften: "Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben lässt für seine Freunde". Für den Alltag lässt sich das so übersetzen, dass Freunde füreinander einstehen, auch wenn es einmal schwierig wird. (Johannes 13,13)

Bei Hiob: Versöhnung ist möglich, wenn Freundschaften einer Belastungsprobe nicht standhalten

Hiob aus dem Alten Testament hatte auch solche Freunde. Als sie hörten, dass er von Krankheit und Aussatz geplagt wurde, verabredeten sie sich, dass sie ihn gemeinsam besuchen wollten. Obwohl Hiob so schlimm aussah, dass sie ihn kaum erkennen konnten, setzten sie sich zu ihm und blieben sieben volle Tage schweigend bei ihm sitzen. Später sagte Hiob, dass das ihm das hilft: "Ertragt mich, so dass ich reden kann". (Hiob 21,3)

Nach sieben Tagen beginnen sie zu diskutieren, nach Gründen zu suchen, konfrontieren Hiob mit Mutmaßungen. Das erweist sich als nicht sehr hilfreich. Die Freundschaften drohen zu zerbrechen, weil die Freund meinen, sie kennen Hiob besser als er sich selbst. Am Ende der Geschichte steht die Versöhnung. Der Freunde untereinander und mit Gott.

David und Jonatan: tiefe Verbundenheit

Um eine tiefe Freundschaft geht es ganz offensichtlich bei David und Jonatan. Von ihnen heißt es sogar, "das Herz Jonatans verband sich mit dem Herzen Davids, und Jonatan gewann ihn lieb wie sein eigenes Herz". Als sein Vater Saul David töten will, verhindert Jonatan das, indem er David warnt, so dass David fliehen kann. Die beiden treffen sich heimlich, weinen zusammen und küssen sich. Als Jonatan stirbt, weint David: "Ich habe große Freude und Wonne an dir gehabt; deine Liebe ist mir wundersamer gewesen als Frauenliebe ist." (2. Sam. 1,26)

Rut und Noomi: Lebensweg mitgehen

Auch zwischen Rut und der Mutter ihres verstorbenen Mannes, Noomi, entwickelt sich eine tiefe Verbindung, die auch in großer wirtschaftlicher Not trägt. Rut verspricht Noomi: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch." Ein Satz, den viele Brautpaare heute als Trauspruch wählen. (Rut 1,16)

Die Freunde Jesu: Lebensfreude teilen und Lebensgeister wecken

Auch Jesus hatte Freunde. Zumindest von einem wird das in der Bibel mehrfach erzählt: Lazarus, der Bruder von Maria und Martha, war ein Freund Jesu. Auch mit den beiden Schwestern war Jesus wohl eng befreundet, in ihr Haus ist er eingekehrt und mit ihnen führte er persönliche Gespräche wie mit keinen anderen. Mit den Schwestern weinte er um Lazarus, als dieser gestorben war - um ihn dann aufzuerwecken. (Johannes 11,5)

Im Johannesevangelium wird von einem Jünger erzählt, den "Jesus lieb hatte". Wer das war, steht nicht fest. Manche vermuten, damit sei Lazarus gemeint gewesen. Andere vermuten, es handelte sich um Johannes.

Wie dem auch sei, schön zu wissen, dass auch Jesus Menschen hatte, zu denen er gehen, mit denen er weinen und lachen, essen und trinken konnte. Freunde eben.

Heute Freunde kennenlernen

Um Freunde zu finden und kennenzulernen, bietet die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zahlreiche Möglichkeiten, bei:

[Pfarrer Horst Peter Pohl, Rita Haering]

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Tu, was zu tun kannst.
Und dann ist gut, denn mehr geht nicht.
Alles weitere kann ich in die Hände Gottes legen
und darauf vertrauen, dass er es wohl gut mit mir meint.
(Carsten Tag zu Prediger 9,10)

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