Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Zukunft der Kirche

Theologe Lauster: „Die Epoche der Volkskirchen ist zu Ende“

epd-bild/Heike LydingJesusfigur an barockem Goldkreuz

Jörg Lauster, Evangelischer Theologe aus München, sieht keine Zukunft mehr für eine Volkskirche. Doch er sieht in veränderten Strukturen auch eine große Chance und ein Mittel gegen „Kirchendepression“

Der Münchner Theologe Jörg Lauster ruft die Kirchen auf, ihr Ende als Volkskirchen als Chance zu begreifen. Eine neue Rolle würde sie "aus ihrem goldenen Käfig des Kirchensteuersystems befreien, den sie freiwillig niemals verlassen und in dem sie doch langfristig bei lebendigem Leibe verhungern werden", schrieb Lauster in einem Gastbeitrag in der im hessischen Oberursel erscheinenden Monatszeitschrift "Publik-Forum".

Epoche der Volkskirchen endet

Die Epoche der Volkskirchen sei "definitiv zu Ende", bemerkte der Professor für Systematische Theologie an der evangelisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Kirchen bräuchten nur "ein ausgewähltes Maß an Immobilienbesitz", etwa für Versammlungsorte und Sakralräume. Alles andere sei Ballast, der die Arbeitskraft von Pfarrerinnen und Pfarrern binde.

Geistliche Verschwendung beenden

Lauster sprach dabei von "geistlicher Verschwendung". Bauwesen, Finanzen und mediale Präsenz der Kirchen seien in der Hand von Experten besser aufgehoben. Pfarrerinnen und Pfarrer wären dann befreit, sich um ihre Gemeinde zu kümmern: "Sie hätten Zeit für etwas, was in einer digitalisierten Welt zu einer wahren Kostbarkeit wird: die persönliche Begegnung und das Gespräch."

Staat und Kirche in neuem Verhältnis

Weltweit bezeichneten sich immer noch 80 Prozent der Menschen als einer Religion zugehörig, erklärte Lauster. Er halte es daher für nicht abwegig, die Unterstützung von Religionsgemeinschaften zu einem Element staatlicher Daseinsfürsorge zu machen. Eine staatliche Förderung der Ausbildung von Pfarrern, Rabbis und Imamen sei ein Modell, das Gemeinden unabhängig von "der in einigen Fällen nicht immer durchsichtigen Unterstützung aus dem Ausland" mache.

Religion für Lebensbewältigung weiter wichtig

Wenn die Kirchen in der Frage der Staatsleistungen Entgegenkommen zeigten, könne der Staat umgekehrt anerkennen, dass Religion ein "elementarer Grundvollzug menschlicher Lebensbewältigung" sei.

 

Lesetipp

Link zum kompletten Beitrag bei Publik-Forum „Ein Plädoyer gegen die Kirchendepression“

© epd: epd-Nachrichten sind urheberrechtlich geschützt. Sie dienen hier ausschließlich der persönlichen Information. Jede weitergehende Nutzung, insbesondere ihre Vervielfältigung, Veröffentlichung oder Speicherung in Datenbanken sowie jegliche gewerbliche Nutzung oder Weitergabe an Dritte ist nicht gestattet.

In der Welt habt ihr Angst;
aber seid getrost,
ich habe die Welt überwunden.

to top